Einsatzfahrten

Muss das denn sein, auch nachts mit Martinshorn zu fahren?

Müssen die immer so einen Krach machen“? Das fragen sich manche Bürgerinnen und Bürger verärgert, wenn sie mitten in der Nacht von ausrückenden Einsatzfahrzeugen und deren Martinshörner geweckt werden.

Wir wollen hier die Hintergründe erklären. „Wenn Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei gerufen werden, liegt gewöhnlich ein Notfall vor, bei dem in der Regel schnelle Hilfe benötigt wird. Bei einem schweren Unfall entscheiden oft Sekunden über Leben und Tod“. Das Gesetz räumt deshalb den Hilfsorganisationen sogenannte Sonder- und Wegerechte ein. Das bedeutet, die Einsatzfahrzeuge dürfen sich mit eingeschalteten Sondersignalen über die allgemein gültigen Regeln im Straßenverkehr hinweg setzen und beispielsweise entgegen der Fahrtrichtung in Einbahnstraßen oder über rote Ampeln fahren und u.a. auch mit erhöhter Geschwindigkeit fahren. Alle anderen Verkehrsteilnehmer sind verpflichtet sofort freie Fahrt zu schaffen, indem sie beispielsweise eine Rettungsgasse bilden oder notfalls, und mit gebotener Vorsicht, über eine rote Ampel fahren dürfen.

„Auf dem Fahrer des Einsatzfahrzeugs lastet in dieser Situation eine große Verantwortung: Er soll die Einsatzstelle schnellstmöglich erreichen, darf dabei aber nicht die anderen Verkehrsteilnehmer und seine Fahrzeugbesatzung gefährden“. Damit der Fahrer jedoch seine Sonder- und Wegerechte in Anspruch nehmen darf, verpflichtet ihn der Gesetzgeber, Blaulicht und Martinshorn einzuschalten. Nur so können die anderen Verkehrsteilnehmer die Inanspruchnahme der Sonder- und Wegerechte erkennen und müssen diese auch gewähren.

Auch in der Nacht ist beim Einfahren oder Queren von Kreuzungen oder beim Überfahren eines Rotlichts an einer Ampelanlage das Martinshorn einzuschalten. Selbst das Befahren einer geraden Straße in einem Wohngebiet kann unerwartete Gefahren bergen, gerade in der Nacht. Hier könnte ein Auto aus einer Hofeinfahrt herausfahren oder ein Fußgänger unachtsam die Straße queren. Der gemeinsame Einsatz von Blaulicht und Martinshorn dient somit dem Schutz anderer Verkehrsteilnehmer und der rechtlichen Absicherung eines Einsatzfahrzeugs. Die Teisinger Feuerwehr bittet daher die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis, wenn sie auch nachts mit eingeschaltetem Martinshorn ausrückt, verspricht aber auch, soweit wie möglich darauf zu verzichten, wenn dies nicht unbedingt nötig ist.

Auch die Fahrt unserer aktiven Feuerwehrleute zum Feuerwehrgerätehaus, ist bei Einsätzen unter Tags, ein schwieriges Unterfangen, weil sie in der Regel ein Auto oder Motorrad benötigen um dieses schnell erreichen zu können. Auch hier möchten wir um Verständnis bitten, sollte es zu außergewöhnlichen Situationen kommen.

Bitte bedenken Sie, auch Sie könnten einmal schnelle Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Unsere Feuerwehrleute leisten den Dienst ehrenamtlich und freiwillig. Sie stellen zu jeder Zeit ihre persönlichen Interessen in den Hintergrund wenn sie tagsüber ihren Arbeitsplatz und nachts das warme Bett und ihre Familien verlassen. 

 

Wir wünschen Ihnen eine sichere und ruhige Zukunft in unserem schönen Ort.

Ihre
Freiwillige Feuerwehr Teising